Organisation zur Umwandlung des Kinos

Frank Capra - Lost Horizon

Freitag 7.November 2008 20:30h Sector 16 Reihe Film und Bewußtsein

Lost Horizon (Englische Version) von Frank Capra im Kino im Sprengel

Hohe Bewußtseinzustände sind so kraftvoll, dass man sie nie vergißt, wenn man sie einmal erlebt hat, und immer wieder nach ihnen sucht. Es ist dieses Erlebns höherer Zustände, wonach Menschen süchtig werden. Der Filmklassiker Lost Horizon von Frank Capra aus dem Jahr 1937 veranschaulicht das gut. Shangri-La ist die Metapher des Films für bedingungslose Liebe und Schönheit. Einmal erfahren, programmiert sie denjenigen, der dies erlebt, derart um, dass er nie mehr mit dem Normalbewußtsein zufrieden ist. Der Held des Films entdeckt diese Tatsache, als er nach seiner Rückkehr aus Shangri-La unfähig ist, in der normalen Welt Glück zu finden. Er gibt alles auf, um diesen Bewußtseinszustand zu suchen und in ihn zurückzukehren; der jahrelange Kampf darum, Shangri-La wiederzufinden, kostet ihn beinahe das Leben.

James Hiltons Romanvorlage "Der verlorene Horizont", geht von einer verborgenen Zivilisation in den unerschlossenen Gegenden des Himalaya aus, einem Land, in dem Frieden regiert und die Einwohner einige hundert Jahre leben. Dieses mystische Land konnte sich in der Kultur so unauslöschlich etablieren, dass ein Name dafür erfunden wurde.

Regisseur Frank Capra hat in den 30er Jahren, auf dem Höhepunkt seiner Karriere, keine Kosten und Mühen gescheut, Hiltons paradiesische Vision auf die Leinwand zu bannen. Die Kulisse von Shangri-La war eine außergewöhnliche künstlerische Leistung und gilt als die größte, die jemals in Hollywood gebaut wurde. 1937 brachte sie dem Designer Stephen Goosson den Academy Award ein. Überdies war das Budget für den Film schwindelerregend. Er kostete fast viermal soviel wie jeder andere Columbia Film aus dieser Zeit - vergleichbar mit einer heutigen Summe von ungefähr 30 - 40 Millionen Dollar. "Lost Horizon" gilt in Capras Werk wegen der Abweichung von seinen sonstigen üblichen positiven "amerikanischen" Themen als eine außergewöhnliche Ausnahme und ist abgesehen von seinem überholten Frauenbild in seiner Aussage zeitlos.