Organisation zur Umwandlung des Kinos

Longkamp Tagebuch

19.11.2008 Kino im Künslerhaus

HARALD BERGMANN LONGKAMP TAGEBUCH LONGKAMP TAGEBUCH widmet sich dem Pop-Poeten Rolf Dieter Brinkmann, der die Sprache zertrümmerte und neu zusammensetzte. Brinkmann entwickelte eine fragmentarisch-flexible Art zu sprechen und zu schreiben, eine filmische und auditive Schreibweise, ein möglichst umittelbares Aufzeichungssystem, dass dem chaotischen Gedränge und der Widersprüchlichkeit der Eindrücke in der Gegenwart gerecht wird, statt episch zu filtern, zu verschönen und zurecht zu fälschen.Der Film bezieht sich auf den Zeitraum 1971-73.

Das „Longkamp-Tagebuch 1971" (69 Min) bringt Brinkmanns Eintragungen als fortlaufenden Schreibmaschinen-Text auf den frostigen blauen Untergrund der Kinobilder, die die verschneite Gegend um Longkamp, einem Dorf mit einer verlassenen Mühle im Hunsrück einkreisen. Dort hatte sich Brinkmann eingenistet, um neue Wege jenseits vom Kölner Alltagstrott einzuschlagen. Bergmanns Film fängt den fast zeitlosen Naturort in sensiblen Nachinszenierungen ein und gibt dem geschriebenen Text einen weiten Raum zum Atmen. Eingeschnitten werden zeitgenössische Interviews (mit Maleen Brinkmann und dem befreundeten Maler Henning John von Freyend).