Organisation zur Umwandlung des Kinos

Kino & Psyche

"Vielleicht möchten wir es nicht gerne wahrhaben, dass in unserer "erleuchteten" Gesellschaft eine solche spirituelle Pest, die an finstere Zeiten erinnert, so bösartig wuchern kann. Aber solche perversen Einflüsse wirken nicht in einem moralischen Vakuum; sie entstehen nicht, wenn der gesellschaftliche Nährboden nicht schon die Vorbedingungen, die Keime für ihr Wachstum enthält. Das Paradoxe an unserer puritanischen Gesellschaft ist, dass sie ständig zur Verführung ermuntert, aber die Befriedigung verweigert; die ständige Frustration des "normalen" Verhaltens findet schließlich ihre Auflösung, Entlastung in der Perversion.

Bei genauerer Betrachtung finden wir vielleicht, dass andere Elemente dessen, was wir Zivilisation nennen, dafür sorgen, dass dies auch so bleibt. Während die Jugendlichen durch bestimmte, die Gewalt verherrlichende Fernseh- und Computerspiele programmiert werden, bekommen ihre Eltern durch Medien für Erwachsene eine Art Gehirnwäsche. Kinesiologisches Testen zeigte, dass eine einzige Folge einer typischen Fernsehserie die Testpersonen 113 Mal schwach reagieren ließ. Jede dieser Schwächungen belastete das Immunsystem der Zuschauer. Ständige Begleiterscheinungen jeder der 113 Störungen des Akupunktursystems war eine Schrumpfung der Thymusdrüse, jede Kränkung verursachte auch eine Schädigung der feinen Neurohormon- und Neurotransmittersysteme.

Jedes negative Reizerlebnis erhöhte die Gefahr für die Zuschauer, krank zu werden oder in Depression zu fallen - derzeit die am weitestens verbreitete Krankheit der Welt. Schwer erkennbare, sozusagen "schleichende" Abstufungen von Depression töten mehr Menschen als alle anderen Krankheiten der Menschheit zusammen. Es gibt kein Antidepressivum, das Depression heilt, die in einem Mangel an spiritueller Ausrichtung des Lebens begründet ist, das heißt, die nicht von einer Fehlfunktion des Gehirns herrührt, sondern eine präzise Reaktion auf die Schändung des Lebens ist.

Der Körper ist der Spiegel des GEISTES, und seine Probleme sind die Dramatisierung der Kämpfe des GEISTES, der ihm das Leben verleiht. Was wir in bezug auf die Dinge "da draußen" glauben, das hat seine Wirkungen im Inneren. Dies ist eine harte klinische Tatsache, kein moralischer Standpunkt. Auch eine Vorahnung kann uns nicht gegen die ungewollte Verstrickung in unsichtbare Energiefelder schützen, die beim Betrachten der Filme aktiviert werden. Man mag sich einbilden, man könne sich durch intellektuelle Ablehnung eines Werkes seine psychische Unabhängigkeit erhalten, aber schon die bloße Begegnung mit dem Material hat tiefgehende negative Wirkungen, die fortwirken, auch nachdem das Material intelektuell abgelehnt wurde.

Es ist, als gäbe es in diesen negativen Einflüssen einen versteckten Virus, der unbemerkt in unsere Psyche eindringt. Der Menschheit mangelt es an der Fähigkeit, zwischen Gut und Böse zu unterscheiden. Der Versuch, vermeintlich absolute Maßstäbe für gut und böse aufzustellen, ist in Wirklichkeit einer der größten moralischen Irrtümer. Hier ist am besten, der traditionellen Weisheit zu folgen, die uns lehrt, das Böse nicht zu fürchten oder zu bekämpfen, sondern es einfach zu meiden. Aber um es zu meiden, muß man fähig sein, es einfach zu erkennen. Dunkelheit wird vertrieben, indem man das Licht der Unterscheidungsfähigkeit heller macht und nicht indem man die Dunkelheit angreift."


Dawid R. Hawkins