Organisation zur Umwandlung des Kinos

Textausschnitt aus Johannes Anker Larsen: Vom wirklichen Leben

 

Wir leben in einem Zeitalter der Ablenkung und Zerstreung. Jede neue Zerstreuung ist wie eine Schaufel Sand, die in die Tiefe des Gedankenlebens geworfen wird. Und der Mensch freut sich auch noch darüber - nicht vermutend, dass er sich über seinen eigenen Untergang freut. Das menschliche Gehirn wird zu einem Wirrwarr von Bildern, die sich bewegen wie die Bilder in einem Film. Es ist unmöglich, sie zum Stillstand zu bringen, um Zeit zu bekommen, darüber nachzudenken. Es ist ein Hetzen von Augenblick zu Augenblick; dadurch gibt es keine Ewigkeit mehr. Dieselbe Hetze beherrscht alle menschlichen Angelegenheiten. Und was mit der Religion geschah, passiert auch mit der Kunst. Der Film ist ein Musterbeispiel unserer Tage. Er ist die mechanische Veränderung der Augenblicke in der Schauspielkunst. Die ganze Gegenwart ist nichts anderes als eine ruhelose Hetze von einem Augenblick zum anderen, zum folgenden und so weiter - bis es keinen folgenden mehr gibt, auf dass im Menschen keine Ewigkeit übrig bleibe.