Organisation zur Umwandlung des Kinos

Yong-kyun Bae -Warum Bodhi-Dharma in den Orient aufbrach

23.2.2005 Kino im Künstlerhaus

Warum Bhodi-Dharma in den Orient aufbrach? Originaltitel: Dharmaga tongjoguro kan kkadalgun? Regisseur: Yong-kyun Bae Land: Südkorea Jahr: 1989 Länge: 137 Minuten Sprachfassung: koreanisch Untertitel: deutsch.

Die vielschichtigsten Filme zum Thema Buddhismus kommen aus Südkorea. Ihr zentrales Thema ist die Metapher des Weges. Budhas Werdegang bis hin zu seiner Erleuchtung unter dem Bodhi-Baum in Bodhgaya (Indien) vor 2500 Jahren, war selber ein Weg und erzählt vom Eintauchen ins Leben, seiner asketischen Abwendung, bis er im Mittelweg zu seiner Erleuchtung finden konnte.

Der bekannteste Film aus Südkorea ist "Warum Bodhi-Dharma in den Orient aufbrach", der international als seltenes Meisterwerk anerkannt ist. Drei Menschen in den weiten, dicht bewaldeten Bergen Südkoreas: Hyegok, ein alter Meister des Zen-Buddhismus, Kibong, sein noch unsicherer Schüler, und Haejin, ein Waisenkind. Umgeben von der Natur und ihren Elementen, Wasser, Feuer, Erde, Wind und Licht.

Dieser einfache Rahmen genügt Yong-kyun Bae, um das Leben als inneres und gemeinschaftliches Abenteuer fühlbar zu machen: Seine drei Figuren können als drei Alter oder Stadien eines einzigen Menschen auf dem Weg zum wahren Sein, zur erfüllten Harmonie, zur inneren Freiheit verstanden werden. Warum brauchen wir ein ganzes Leben, um den Sinn des Lebens zu erkennen, seine Probleme zu lösen? Mit dieser Frage ist der Koreaner Bae tief in die eigene Kultur eingetaucht und hat ein Gleichnis von universeller Gültigkeit geschaffen.

Bruno Jaeggi schreibt: "Als wahrer Herkules oder Prometheus des Films setzt Bae dem international gängigem Kino einen beschwörend, ruhigen Rhytmus gegenüber, der zu atemberaubenden Entdeckungen führt. Die Bilder tragen uns wie Töne ferner Galaxien weit davon: sie lassen intuitiv und sinnlich mehr erfassen, als die Konturen des Dargestelllten konkret sichtbar machen, und sie führen uns letztlich wieder zurück zu unserem veränderten Selbst. So einzigartig dieses Debüt auch sein mag, entspricht es doch, als bisher weltweit erster Film, formal und geistig dem Werk und Mass eines Andrej Tarkowskij. Baes Film überzeugt aber durch eine weitere Komponente: So wie sich die Form aus sich selbst heraus entwickelt, gewinnt er eine zwar nie betonte, aber zwangsläufig und eindringliche gesellschaftspolitische Kraft: nicht nur durch das soziale, im Buddhismus wurzelnde Engagement, sondern als geistige Orientierung, die den massiven amerikanischen Einflüssen in Korea entgegenwirkt, damit aber auch die Scheinwerte der modernen westlichen Welt insgesamt in Frage stellt, immanent sogar kategorisch ablehnt."